Gothic - FAQ

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Auf dieser Seite wollen wir auf die häufigsten Fragen eingehen, die uns zur Gothicszene gestellt werden. Natürlich können wir hier nicht auf alle Details genau eingehen. Wenn ihr genaueres wissen wollt, schreibt uns einfach eine Mail. Das Formular findet ihr, indem ihr auf den Beratungsbutton auf der linken Seite klickt.

Woher stammt die Dark Wave (Gothic) szene?

Was heißt es überhaupt Gothic zu sein? Was ist Gothic?

Wie unterteilt sich die Dark-Wave Szene?

Wie gehe ich als Gothic mit Intoleranz in meinem Umfeld um?

Hat Gothic was mit Religion zu tun?

Hat Gothic was mit Satanismus zu tun?

Wo stehen Gothics politisch?

Schwarze Kleidung im Sommer

Wissenschaftliche Arbeiten




Woher stammt die Gothicszene?

Eins muß vorweg gesagt werden. Zwar ist die Szene allgemein als "Gothic" Szene bekannt, genau genommen umfasst diese Bezeichnung aber nur einen kleinen Teil der Szenegänger. Somit hat sich in Fachkreisen der Begriff "Dark-Wave"-Szene etabliert. Der Punk steht am Anfang Szeneentwicklung. Den Begriff “Punk” kann man mit dem Wort “Abfall” übersetzen. Ende der 70er wurde er zu einer Selbstbezeichnung von Jugendlichen, die sich selbst als eine Art Abfall der Gesellschaft sahen, die nichts mit ihnen anfangen konnte und mit der sie sich nicht identifizieren wollten. Die bürgerlichen Welt, welche auch schon Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre eine funktionierende, leistungsorientierte Jugend als Leitbild installierte, reagierte entsetzt auf die Jugendlichen, die nicht Schönheit, Gesundheit und Leistungsorientierung repräsentieren wollten, sondern mit ihrer eigenen “Hässlichkeit” und “Verkommenheit” der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten wollten.

Die Punk-Bewegung wollte losgelöst vom Kommerz der Gesellschaft sein. Ironischerweise wurde Punk jedoch schon von Anfang an vermarktet. Transportiert wurde diese Vermarktung vor allem über die Musik der Außenseiter-Jugendkultur. In der Musik wurde der Lebenssinn in Frage gestellt – ”No future” war die Antwort.

Punk ist nicht unbedingt als eine bewusste politische Bewegung anzusehen, eher kamen die Verbindungen zur linken Szene durch die Absicht der Provokation. Diese übernahmen dann Bands, die per Text und Musikart provozierten und dadurch politische Botschaften aus dem zum Teil linksradikalen Bereich verbreiteten.

Nachdem die Abstumpfung der Gesellschaft dazu führte, dass selbst die Punks nicht mehr als Protestbewegung angesehen wurden sondern als eine ”bunte Randerscheinung”, zogen sie sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Erst Ende der 90er beginnt eine Renaissance der Punks. Aus dem Punk ging nicht nur die Gothic-Szene hervor, sondern die politisch links orientierten Strömungen wanden sich dem Hardcore zu. Noch heute steht Punk für eine expressive, aggressive Form der Auseinandersetzung mit der existierenden Gesellschaft. Doch Ende der 70er Jahre konnte sich unbemerkt eine neue Strömung innerhalb der Punk-Bewegung entwickeln. Während der leuchtend schrille Punk nicht mehr abschreckend wirkte und von der Gesellschaft regelrecht für den Kommerz benutzt wurde, zogen sich die belächelten ”Edelpunks”, die Waver, davon zurück.

Große Plattenfirmen kauften die Punkbands ein und die kleinen Indipendent-Plattenlabels mussten nach neuen Musikern suchen, auch eine neue Richtung finden. Statt dem Lauten Schrill wurde plötzlich eine vielschichtige Wave-Musik produziert. Der laute politische Aufschrei wird durch kalte Künstlichkeit ersetzt, nicht nur in der Musik sondern auch in der Kleidung. Der Stil der Kleidung war noch ähnlich den Punks, aber schwarz, die Haare hochtupiert und das Gesicht weiß geschminkt. Schon in der Anfangszeit der Waver entwickelt sich die bewusst unpolitisch-geltende Gothic-Szene, die weiterhin schwarze Kleidung ändert sich in einen künstlerischen Stil, der an das Mittelalter erinnert. Die Gothics wiederum bilden die Wurzel für die Romantiker, Gothic-Metaler und anderen weiteren Gruppen der Dark-Wave-Szene. In einer Aura von Mittelaltertum und Mystik ist der Protest der Szene emotional – passiv - anklagend. Einer emotional leeren Gesellschaft antwortet diese Jugendkultur mit dem Habitus persönlicher Leere und Hoffnungslosigkeit.

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Was heißt es überhaupt in der Dark-Wave-Szene zu sein? Was ist Dark-Wave (Gothic)?

Subkultur ist immer Abgrenzung nach außen und Wieder erkennen nach innen. Während in der Punkkultur Empörung, Provokation und Aufbruch eine große Rolle spielten, heißt "Gruft" viel mehr Verweigerung und Rückzug. Subkultur meint aber auch: Einwände und Widersprüche zur Schau stellen, auf Konflikte hinweisen, alltägliche Dinge mit neuen Bedeutungen belegen.Weiße, leichenblasse Gesichter in einer Zeit, in der Sonnenstudios Hochkonjunktur haben und Bräune als Inbegriff von Erfolg, Jugend und Leistungsfähigkeit gilt. Schwarz als Lebensauffassung, wo Politik und Werbung die Zukunft in Rosarot malen, und der "Jugend von heute" allenthalben Optimismus bescheinigt wird. Umgedrehte Kreuze, aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen, durchbrechen ein Tabu, Musik von Tod und Teufel schockiert in einer Gesellschaft, in der das Sterben-Müssen verdrängt und ewige Jugend das Ideal ist. Stil als Provokation, Stil als Auflehnung, Stil als Abgrenzung, Stil als Wiedererkennungsmerkmal - Stil ist die Macht der Ohnmächtigen, welches Mitglieder von Subkulturen meistens sind. Seit viele Medien über den Okkultismus-Boom berichteten und gerade die "Grufties" zu Satansjüngern stempelten, sind die Antipathien gegen die "Grufties" in der Gesellschaft gewachsen.
Aber Jugendkulturen in unserer Zeit sind in der Regel Medienkulturen - und dies aus drei Gründen:
. Medien spielen bei der Verbreitung und Rezeption von Stil eine wesentliche Rolle.
. Sie spielen als Medien der Subkultur - sozusagen als gemeinsames Kulturgut - insbesondere in den Bereichen von Musik und Film eine zentrale Rolle.
. Sie treiben die spätere Integration und Vermarktung entstandener Subkulturen voran.
In der Anfangszeit jedoch prägen sie vor allem das Image einer Subkultur und die öffentliche Meinung. Und auf die "Grufties" haben sich die Medien des Außergewöhnlichen wegen mit besonderem Interesse gestürzt. Da werden aus "Grufties" schnell "Friedhofskinder" und aus den "Friedhofskindern" noch schneller "Satanisten", oder, wie es der Barkeeper in der Bochumer Gruft-Disco "Zwischenfall" ausdrückt: "Mit den Jungens hier ist es wie bei den Erwachsenen: Drei sind vielleicht Alkoholiker, zwei kiffen, einer verprügelt seine Frau und einer ist Satanist. Und für den interessieren sich dann alle." So herrscht bei den Anhängern dieser Subkultur Skepsis über die Berichterstattung. Sie stören sich daran, dass viele Meldungen schlicht falsch sind - aus Sensationsgier oder aus Unkenntnis. Sie haben auch Angst, dass Eltern, Lehrer oder Bekannte glauben könnten, was fälschlicherweise über sie berichtet wird.

Es gibt keine Checkliste an der man festmachen kann, ob man ein Gothic ist oder nicht. Eine melancholische Grundstimmung, eine Trauerkultur und die Protesthaltung gegenüber der Leistungsgesellschaft sind oft Persönlichkeitsmerkmale eines Goths, müssen aber nicht zwangsweise bei jedem vorhanden sein. Auch andere Aspekte sind wichtig.

Für viele Gothics beinhaltet die Lebensphilosophie Gleichberechtigung, Toleranz, Ablehnung der "Fit- und Fun- Gesellschaft" - sowie der Konsumgesellschaft, Auseinandersetzung mit persönlichen Schicksalsschlägen und dem Tod. Dabei wird der Tod nicht glorifiziert, ganz im Gegenteil - der Suizid wird abgelehnt - doch wird der Tod als Teil des Lebens angesehen. Auch andere Formen der Gewalt und Selbstzerstörung wie z.B. durch Drogen werden allgemein in der Szene abgelehnt. Es handelt sich um eine lebensbejahende Einstellung, auch wenn oft der Eindruck entsteht, dass die Gothics Todessehnsucht haben, weil sie sich sehr intensiv mit dem Thema Tod und Sterben beschäftigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das intensive Erleben von Gefühlen. In der Leistungsgesellschaft wird versucht, negative Gefühle zu verdrängen. Sie werden geschluckt und nicht gezeigt. Viele Gothics versuchen hier einen anderen Weg zu gehen. Wenn sie traurig sind, sind sie traurig, wenn sie fröhlich sind, sind sie fröhlich. Das Schöne ist, dass es von den anderen akzeptiert wird, wenn es einem nicht gut geht. Sprüche wie "Kopf hoch, das wird schon wieder" hört man hier kaum. Vielmehr wird auf denjenigen eingegangen und konkret geschaut, ob man ihm helfen kann.Viele Goths sind auch auf sozialer Ebene tätig und pflegen einen sensiblen und höflichen Umgang mit ihren Mitmenschen.

Viele Gothics drücken ihren Schmerz und ihre Sehnsucht auch in Gedichten oder in der Fotographie aus. Andere wieder gründen eigene Gothicbands, um ihre Gefühle in Musik auszudrücken. In diesen Liedern geht es oft um Liebe, Tod und Sehnsucht. Pauschal handelt es sich um melancholisch-düstere, traurige, depressive Musik, bei den härteren Stilen (z.B. Industrial) herrscht oft Expressionismus und eine gewisse Aggressivität kombiniert mit Düsterkeit und Welt-Abgehobenheit vor. Die Texte handeln im Gegensatz zur "fröhlichen" Pop-Musik auch von Traurigkeit, Verlust, Verzweiflung und Ängsten. Das hat aber nichts damit zu tun, dass Gothics nur depressiv sind, sondern für sie sind diese Themen nicht tabu, sie setzen sich einfach damit auseinander. Der Musikgeschmack der "breiten Masse" wird oft mit dem Urteil Oberflächlichkeit und Kommerz abgelehnt.

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Wie unterteilt sich die Dark-Wave Szene?

Immer wieder wird versucht, die Dark-Wave-Szene zu untergliedern und regelmäßig misslingt dieser Versuch. Grund dafür ist die starke Vermischung der einzelnen Stile untereinander und die Kombination verschiedener Stilelemente zu einer neuen Art. Der Wunsch nach Unterscheidung kam meist von außen, damit sich das undurchsichtige dunkle Knäuel aufgelöst und kategorisiert werden kann. Noch immer bereitet die Szene vielen Leuten Kopfzerbrechen, weil man einfach nicht versteht, was die einzelnen Leute denn nun eigentlich darstellen wollen. Das Rezept: “Ich sehe Dich und weiß was Du denkst und willst.” kann und wird aber nicht funktionieren, denn die Szene besteht aus vielen Individualisten, die alle unterschiedliche Wege gehen und sich aber im Punkt der Individualität und dem Lebensgefühl treffen. Trotzdem soll auch hier der Versuch gemacht werden, ein paar Eckpunkte zu setzen, damit der Leser nicht schon an diesem Punkt entnervt das Handtuch wirft. Wir möchten noch einmal betonen: Diese Unterteilung ist absolut subjektiv. Immer wieder gibt es Gejammer, das die eine oder die andere Gruppierung gar nicht "Gothic" sei usw. Drum noch einmal: Es ist eine Sammlung von Stilen, Musikrichtungen, Szenezugehörigkeiten, die oft im Gothicumfeld anzutreffen sind. Was sich nun "wirklich" und "wahrhaftig" Gothic nennen darf, wird von vielen Leuten sehr verschieden gesehen.

Gothics
Eine große Gruppe bildet die Gruppe der sogenannten Gothics. Äußere Merkmale der Gothics sind unter anderem die Farben schwarz, weiß, königsblau und weinrot. Oft werden die Gesichter mit weißer Schminke oder Puder abgedeckt, um ein blasses Aussehen zu erreichen. Dieses Aussehen stellt einen beabsichtigten Kontrast zu Fit & Fun Gesellschaft dar. Kleidung und Körper sind meist mit Ringen, Ketten und Symbolen verziert. Oft werden Sachen aus dem Mittelalter und dem Barock bevorzugt. Zu den häufigsten Vorurteilen gehört, dass Gothics nur Nachts leben würden, einen Hang zum Okkultismus hätten, Gottesverleugner wären, auf Sado Maso stehen und chronisch depressiv wären. Wie gesagt, handelt es sich dabei um Vorurteile, die sicher im Einzelfall auch zutreffen können, aber nicht als Szenemerkmal gesehen werden können. Der Musikgeschmack der Gothics beinhaltet fast immer melancholische, düstere, eher langsamere Musik. Um es noch etwas komplizierter zu machen, soll erwähnt werden, dass man die Gothics auch wieder in Untergruppen aufteilen könnte. Hauptrichtungen wären hier beispielsweise Batcave, Electro-Industrial, Fetish, Post-Punk und Mittelalter. Aber es ist durch die starke Vermischung schwer, klare Grenzen zu ziehen.

Waver
Die zweite große Gruppe umfasst die Gruppe der Waver. Hier werden Sachen im 80er Jahre Stil bevorzugt. Als Farben dominieren hier nur Schwarz und Weiß. Die Haare werden oft als Irokesenschnitt oder Tellerfrisur getragen und sind ganz schwarz oder wasserstoffgebleicht. Hauptmusikrichtung sind Klänge der 80er Jahre und Bands, die sich am Musikkonzept von damals orientieren. Auch hier gibt es natürlich wieder Untergruppen und Vermischungen mit der Gothicszene.

Metaller

Die dritte Gruppe stellt die Gruppe der Metaller dar, die genau genommen nicht zur "Gothicszene" zählen, aber häufig im Szeneumfeld anzutreffen sind. Die Hauptvorurteile, die diese Gruppe betreffen, reichen von Satanismus und Vergewaltigungen bis zu Opferungen und einem Hang zur Gewalt. Als Farbe dominiert hier auch schwarz. Oft werden Lederstoffe bevorzugt und die Haare lang getragen. Metaller sind fast immer ungeschminkt und tragen lange Haare. Die Musik ist meist laut, schnell und und wird von Außenstehenden oft als unharmonisch empfunden (was Anhänger dieser Musik oft nicht nachvollziehen können). Natürlich gibt es auch hier wieder die bereits erwähnten Vermischungen. Es ist also auch keine Seltenheit, das Gothicdamen im Barockkleid zu Metalmusik die Haare schwingen lassen.

Um das ganze noch etwas zu erschweren, muß man auch davon ausgehen, das sich diese Gruppen noch einmal unterteilen. So gibt es verschiedene Musikstile, die man versuchsweise folgendermaßen aufteilen könnte:


Dark Wave / Wavepop:
Diese Musikrichtung kommt einem im Alltag häufiger unter und hat ihre Wurzeln in ´den 80er Jahren. Dazu zählen z.B. Bands wie "Depeche Mode", "Sisters of mercy", "Deine Lakaien", "Wolfsheim", "The Cure" etc. Viele dieser Bands waren in der 80er Jahren ganz aktuell und haben auch Grundsteine für die Gothicbewegung gelegt. Eine der wohl hier wichtigsten Band ist Siouxie and the Banshees.  

Gothic:
Dieser Stil kommt von Bands wie "Blutengel", "Lacrimosa", "Diary of dreams" etc. Dieser Stil ist sehr melancholisch, was aber nicht heißt, daß die Lieder nur langsam sind, sondern es geht vor allem inhaltlich oft um schwierige Lebenssituationen. Vornehmlich mit programmierten Beats arbeitend, die Gitarren sind oft sehr effektlastig, die Vocals ebenso, im Prinzip haben sich aus dieser Richtung die anderen Stile entwickelt  

Gothicrock:
Hier wird die Musik schon viel gitarrenlastiger. Gothicrock (auch Batcave - sehr minmailistisch in der Instrumentierung, stark vom Punk Anfang der 80er angehaucht) hat seinen Ursprung in England. Dazu gehören Bands wie "London after midnight", "Fear Cult", "Cinema Strange", "Love Like Blood", "Dreadful Shadows" etc.  

Dark Romantic/ New Romantic:
Sehr spärisch und melancholisch, oft mit mittelalterlichem Touch, ruhige, sanfte Klänge - "Mila Mar", "Persephone"  

Gothic - Metal:
Das ist eine Mischung aus Gothic und Metal - wie der Name schon sagt. Meist vom Rhytmus her Metal mit einer hohen Frauenstimme und einer sehr tiefen Männerstimme. Jedoch melodischer als Metal, mit klarem Gesang. Hierzu zählen "Nightwish", "Within Temptation", am Rande vielleicht auch "Rammstein" ?, die sehr bekannt sind.  

EBM - (Electronic Body Music):
Dieser Stil ist etwas härter und rhytmischer und technischer als die melodischen Stile. Synthiesizer sind häufig die Grundlage der Musik, ein treibender, eingängiger Takt mit kräftiger (fast immer) Männertimme. Harte stampfende Beats gepaart mit recht aggressiven Vocals und sphärischen manchmal disharmonischen Klängen - "And One", "Beborn Beton", "VNV Nation", "Apoptygma Berzerk", "DAF", "Front Line Assembly", "Nitzer Ebb"  

Industrial:
Das ist ein sehr extremer Musikstil, bei dem es sich fast nur noch um schreiende, kreischende oder schlagende Geräusche handelt. Ab und zu finden sich einzelne Sätze reingemischt. Vergleichbar ist der Sound vielleicht mit den Geräuschen in einer lauten Metall - Fabrikhalle. Zeichnet sich durch seine sehr verzerrten Sounds und Vocals aus, oft auch sehr monoton - "Laibach", "Throbbing Gristle", "Skinny Puppy", "Front Line Assembly", "Klangstabil"  

Mittelalter:
Diese Musikrichtung bedient sich mittelalterlicher Instrumente, wie Dudelsack, Laute etc. und ist in ihrer Grundstimmung sehr heiter. Die Texte sind auch oft in alten Sprachen, die lange nicht mehr verwendet werden, wie altdeutsch oder Latein. Mittelalterbands sind z.B. "In Extremo", "Tanzwut", "Subway to Sally", "Corvus Corax"  

  Ein weiterer Musikstil kommt von "Goethes Erben", "Das Ich" oder "Relatives Menschsein". Einen eigenen Namen dafür gibt es nicht, aber es handelt sich mehr um gesprochene Texte - manchmal auch gesungen, die von einer passenden Hintergrundmusik untermalt werden. Sie sind fast immer sehr provokant oder sollen zum Nachdenken über bestimmte Themen anregen. Zwischenzeitlich gab es mal einen Titel für diese Art von Musik (Neue Deutsche Todeskunst), doch hat sich dieser Begriff nie wirklich durchsetzen können.
 Ansonsten gibt es noch sehr viele andere Bands, die sich nicht genau einordnen lassen, weil sie zwischen all dem liegen. Das soll nur ein ungefährer Überblick sein, wie vielfältig die Musik in der Gothicszene ist. Auch viele der oben genannten werden von anderen vielleicht ganz anders eingeordnet.

Jeder Anhänger der Dark-Wave-Szene ist für sich eine eigene kleine Welt.

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Wie gehe ich als Gothic mit Intoleranz in meinem Umfeld um?

Ein Problem, das viele Gothics haben. Eine allgemeingültige Antwort kann man hier leider nicht geben, da hier vieles zusammentreffen kann. Wie oben bereits geschrieben, ist jeder Gothic eine kleine Welt für sich. Solltest Du hier sehr starke Probleme haben, scheue Dich nicht unser Beratungsformular zu nutzen.

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Hat Gothic was mit Religion zu tun?

Die Wave und Gothic Bewegung ist unkonfessionell, d.h. Anhänger der Wave und Gothic Bewegung haben keine gemeinsame Religion oder einen gemeinsamen Glauben. Aufgrund der kritischen Einstellung dem Religionsverständnis der Gesellschaft gegenüber setzen sie sich aber öfter mit Glaubensfragen auseinander als andere. Gothics sind genauso wenig Satanisten wie der Rest der Bevölkerung. Das Schmücken mit Symbolen die in der Bevölkerung oft als satanistische Zeichen gedeutet werden, sind z.B. keltische oder heidnische Zeichen oder sollen schlichtweg provozieren und die Gesellschaft anregen, sich mit ihrem Glauben kritisch auseinander zu setzen. Das Vorurteil, Anhänger der Wave und Gothic Bewegung seien Satanisten, wird oft von den Medien bei der Berichterstattung erzeugt, um die Sensationsgier der Leser zu befriedigen. Die Szene ist wie der Rest der Bevölkerung aber auch nicht frei von Satanisten. Im Gegensatz dazu finden sich in der Szene viel häufiger Gothics, die ein christliches Weltbild haben und dieses auch leben. Leider haben viele Szeneeinsteiger ein falsches Bild von der Szene und denken, sie müßten besonders böse sein. Eine Einstellung, die in der Szene aber häufig belächelt wird. Leider fehlt hier oft die Auseinandersetzung mit eben diesen Leuten, die so eine ganze Szene in Verruf bringen.

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Hat Gothic was mit Satanismus zu tun?

Definitiv nicht. Der Unterschied zwischen Gothic und Satanismus liegt unter anderem darin, das Gothic eine Lebenseinstellung ist und Satanismus eine religiöse Haltung. Wie bereits beim Thema Hat Gothic was mit Religion zu tun? geschrieben, haben Gothics keine gemeinsame Religion. Prinzipiell schließen sich eine religiöse Haltung und Lebenseinstellung nicht aus, gerade bei Gothic und Satanismus gibt es aber gravierende Unterschiede. Das äußere Erscheinungsbild kann zwar leider zu dem Irrglauben führen, daß es Gemeinsamkeiten gibt. Es ist in der Tat so, daß es Gothics gibt, die Symbole tragen, die auf Außenstehende wie Symbole des Satanismus wirken. Dabei ist das aber nicht das Bekennen zum Satanismus oder ein Zeichen, daß man ein “Anti-Christ” ist, sondern ist als Provokation oder Aufruf anzusehen, sich kritisch mit seinem Glauben auseinanderzusetzen. Einige Gothics lehnen auch die Kirche (nicht aber den christlichen Glauben) ab, sind aber gerne bereit andere Meinung zu akzeptieren und auch diese Einstellung zu hinterfragen. Toleranz ist ein sehr wichtiges Element der Gothicszene. Somit gibt es in der Gothic-Szene auch Christen sowie Anhänger anderer Glaubensrichtungen. Die Religion spielt in der Wave- und Gothic-Bewegung eine untergeordnete Rolle und kann auf keinen Fall als Merkmal der Szenezugehörigkeit gedeutet werden.

Toleranz - ein wichtiges Wort in der Gothicszene. Das Grundmotto: "Ich lass Dich in Ruhe und Du läßt mich in Ruhe" könnte es nicht besser auf den Punkt bringen. Gothic ist stiller und gewaltfreier Gesellschaftsprotest. Als Gegensatz dazu sei folgendes Zitat erwähnt: "Satanismus ist eine radikal egoistische, brutale Philosophie" (Burton H. Wolfe in seiner Einführung zur "Satanic Bible", a.a.O. s. 18.)

Leider ist es in einigen Bereichen der Musik (nicht nur der Gothicmusik) schick geworden mit Elementen des Satanismus mehr oder weniger deutlich zu kokettieren. Andererseits muß natürlich auch gesagt werden, das nicht jeder, der Musik mit satanistischen Anleihen hört, automatisch Satanist ist. Sonst müßte auch jeder, der das Weihnachtsfest begeht einen christlichen Glauben haben. Trotzdem ist es auch für die Gothicszene wichtig, zu hinterfragen und nicht nur hinzunehmen. Eine bewußte Auseinandersetzung mit der Thematik fehlt leider häufig.

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Wo stehen Gothics politisch?

Die Wave und Gothic Bewegung ist politisch neutral, d.h. es gibt zwar eine gemeinsame Lebensphilosophie, diese erstreckt sich aber nicht auf Politik oder Parteien. In den Anfängen der Bewegung konnte man ab und zu eine leichte politische Färbung mitte bis links erkennen. Rechte oder deutschnationale politische Strömungen kommen genau so viel oder wenig vor wie in der restlichen Bevölkerung. Eine Ausnahme bildet hier der Bereich des Neofolks.

Der Neofolk - eine neue Subkultur, die nicht (wie häufig angenommen) aus der Gothicszene entstand, sondern eher bestrebt war, sich mit dieser zu vermischen. Der "Neo-Folk" zeichnet sich durch keltische und germanische Anleihen aus, die sehr häufig vor der Kulisse mittelalterlicher Märkte zu finden sind. Die Unterscheidung findet sich nicht nur in den musikalischen Inhalten sondern vor allem auch im Kleidungsstil (Uniformen, braune Hemden - alles Stilmittel, die mit denen der Gothicszene nichts gemein haben). Natürlich haben nicht alle Neofolk-Anhänger eine rechte Einstellung, doch leider fehlt die Distanzierung zu den teilweise sehr deutlichen Aussagen mancher Songtexte. An diesem Punkt wird die "Politikunlust" der Gothics teilweise instrumentalisiert. Und je genauer man hinschaut, um so häufiger findet man in großen Neo-Folk-Bereichen einen latenten Hang nach rechts – bewusst oder unbewusst wird die gestreute rechte Ideologie aufgenommen. Es wird kaum noch in der Szene von Neo-Folk = Neu-Folklore gesprochen, sondern die Übersetzung Neu-Völkisches wird längst ohne Definitionswissen übernommen. (Definition (lt. Brockhaus): völkisch, etwa 1875 aufgekommene Verdeutschung des Wortes >national<, bes. i.S. eines auf dem Rassegedanken begründeten und daher entschieden antisem. Nationalismus verwendet.). In diesem Punkt verhält es sich als ähnlich wie im Bereich des Satanismus. Toleranz ist und bleibt das wichtigste Gut der Szene, doch muß die Szene aufpassen, nicht zum Instrument anderer zu werden.

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Schwarze Kleidung im Sommer


Immer wieder werden wir gefragt, warum das typische Gothicwesen den schwarze Kleidung auch im Sommer trägt. Dies sei doch einfach nur warm und unangenehm, denn wie man noch in Ansätzen aus der Physik weiß, reflektiert weiß das Licht, während schwarz das Licht absorbiert. Demnach wäre es also das absolut logischste, komplett in weiß durch den Sonnenschein zu ziehen und die armen schwarzen Gestalten massiv zu bemitleiden. Doch weit gefehlt. Diese Betrachtung ist nur oberflächlich

Schauen und vergleichen wir dazu mal unseren Umgang mit Hitze zu den Gegenden der Welt, in denen Hitze allgegenwärtig ist. Huschen bei uns die ersten Sonnenstrahlen über den Himmel, nimmt die Zahl der Kleidungsstücke in der Regel massiv ab. Bikini und Badehose sind für viele das Optimum, wenn es um warme Temperaturen geht. Anders in Wüstenregionen. Dort wird selbst in der größten Hitze dicke dunkle Kleidung getragen. Der Tourist schüttelt vor Unverständnis oft den Kopf. Der Hauptgrund ist einfach: schwarze und dunkle Kleidung isoliert sehr gut gegen Hitze. Dies klingt vielleicht unwahrscheinlich, doch tauchen wir mal etwas tiefer in die Physik ein. Wir wissen:

- weiß reflektiert Licht
- schwarz absorbiert Licht

Wärme ist im Grunde genommen langwelliges (infrarotes) Licht. Praktisch werden schwarze Gegenstände in der Sonne also heißer als weiße Gegenstände. Soweit alles richtig Bei Kleidung stellt sich aber ein anderer Effekt ein. Wird helle Kleidung getragen, gelangt ein großer Teil der Strahlungswärme auf die Haut und heizt diese innerlich auf. Das liegt einfach daran, das infrarote Strahlung eine größere Eindringtiefe als sichtbares Licht hat. Schwarze Kleidung (allerdings nur die aus Naturmaterial) absorbiert die sichtbare Strahlung, reflektiert aber den infraroten Strahlungsanteil. Bei Kunstfasern klappt dies leider nicht. Hier schwitzt man innerhalb weniger Minuten extrem. Ein Shirt aus Baumwolle ist da schon angenehmer. Das Optimum wäre ein dicker schwarzer Pullover aus dicker Wolle (ohne Syntheticanteil). Durch diesen kommt die Sonne nicht einmal ansatzweise hindurch und es bildet sich ein sehr angenehmes Klima darunter. Grob gesagt heißt es also: Je dicker das Material, umso besser die Isolierung. Steigern kann man das ganze noch, indem man unter dem Pullover ein helles Shirt trägt. So wird auch die umgewandelte Strahlung reflektiert. Auch recht nett zu tragen sind lange schwarze Kutten aus Naturmaterial, da sich hier der Effekt sehr schnell einstellt. Wir hoffen, mit diesen Informationen haben wir das Thema nun endgültig erklärt.

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Wissenschaftliche Arbeiten

Ein Hinweis in eigener Sache. Wer aus den unten angeführten Arbeiten zitieren möchte, wende sich bitte im Vorfeld an den Autor/die Autorin. Kontaktdaten findet man in den jeweiligen Arbeiten

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Die Gothics - die schwarze Szene zwischen Ausgrenzung und Abgrenzung

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Die Gothic-Bewegung-Religionspädagogische Auseinandersetzungen mit einer zeitgenössischen Jugendkultur-



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